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Freitag, 2. Juni 2017

Donnerstag, 6. April 2017

Funkkolleg Sicherheit in den Osterferien, besonders Folge 20: Cyber-War

In den hessischen Osterferien gibt es zwei Extra-Ausgaben:
Am 3. AprilProfessor Michael Stolleis und Professor Christoph Gröpl erörtern die Begriffe Rechtssicherheit, Gerechtigkeit und Rechtsstaat. Die beiden Juristen forschen am Max-Planck-Institut für europäische Rechtsgeschichte in Frankfurt am Main und an der Universität des Saarlandes in Saarbrücken.

Am 10. April beschreibt die junge Extrembergsteigerin Caro North, was für sie Sicherheit, Risiko und Angst bedeuten. Auf unserer Webseite zeigen wir Ihnen Bilder von Caro North beim Bergsteigen!

Das hr-iNFO Funkkolleg–Buch ist da:
Funkkolleg Sicherheit. Subjektive Ängste – objektive Gefahren.
Heike Ließmann, Eberhard Nembach, Henning Steiner, Karl-Heinz Wellmann (Hrsg.)
Verlag Königshausen & Neumann, 300 Seiten ISBN: 978-3-8260-6216-2 € 19,80

"Die digitale Gewalt im Internet ist längst ein Weltkrieg

Der ehemalige US-Präsident Barack Obama kündigte Ende 2016 Vergeltung für russische Hackerangriffe im amerikanischen Wahlkampf an. Seit 2010 haben die USA eine eigenständige Kommandoebene für die elektronische Kriegsführung, das USCYBERCOM. Dessen Aufgabe: die überlebenswichtige Infrastruktur der USA vor digitalen Attacken zu schützen, selbst Angriffswaffen und -strategien zu entwickeln und insgesamt die militärisch-technologische Überlegenheit der Amerikaner in diesem Bereich zu sichern.
Was die Cyberkrieger genau können, ist geheim. Denn anders als militärische Hardware, die auf Truppenparaden gezeigt wird, haben Cyberwaffen oft ein Verfallsdatum. Wenn sie einmal eingesetzt wurden, sind sie weitgehend entwertet, weil die andere Seite dann weiß, wie sie sich gegen Ausforschung oder Sabotage schützen kann." (Quelle)


Montag, 2. Mai 2016

re:publica 2016

re:publica 2016 oder auch re:publicaTEN

Tweets

Bei Spiegel Online  Live-Stream 
2.Mai:
12.15 Fight for Your Digital Rights (Markus Beckedahl)
13.30 The Courage of Compassion (Heather Armstrong)
14.00 Big Data für a Public Good (Sarah Williams)
14.45 A New Feel For Print - Paper Music Instruments (Kate Stone)
16.00 The City As An Open System (Richard Sennett)
17.15 Know Your Terrorist Credit Score! (Kate Crawford)*
18.30 Art: What Is It Good For? (Ruth Daniel)
19.00 Music Is The Instrument - Innovation For Impact (Matan Berkowitz)
19.45 The Age Of Trotzdem (Sascha Lobo)


Session Tipps haben zum Beispiel t3n und RP Online

*IBM developed an algorithm to tell 'real refugees' from potential terrorists, a 'terrorist credit score' (!)
 von ADRIAN LOBE faznet
"Der Score zeigt eine Wahrscheinlichkeit an, ähnlich einem Kreditausfallrisiko, mit der ein Flüchtling seine Identität fingiert und bei der Registrierung schwindelt. Wie genau der Wert berechnet wird und wo das Verfahren schon zum Einsatz kommt, wollte der Konzern auf Anfrage nicht mitteilen."


re:publica 2016: "Das ist nicht das Netz, das wir wollen" 

(Vortrag von Eben Moglen und  Mishi Choudhary) SPON 2.5.16

Snowden bei der : “Wir müssen jetzt die Weichen stellen, in welcher Zukunft wir leben möchten“ (Tweet von Gutjahr)

Sascha Lobo: The Age of Trotzdem*
Wir sind die digitally lost generation. Einschrittanleitung zur Aufrechterhaltung des Optimismus: Trotzdem.
Haussmannisierung des Internet (Aufstände von unten verhindern)
Werdet Unternehmer! Ändert selbst!

hmm auch nichts Neues. Ausweg aus dem Trotzdem Suchmaschine gründen? snapchat für Erwachsene, funktionierender ERsatz f. itunes
hat so viele Facebook Fans wie CDU, SPD und Grüne zusammen. Da weiß man nicht, ob man Facebook oder Deutschland weniger mag.
"Wer bei Auschwitz zuerst daran denkt, was es in "uns" zerstört hat (Gauland Zitat) , der ist nichts anderes als ein Nazi.

* vgl. Trotz alledem  "Text eines vertonten Gedichtes von Ferdinand Freiligrath, das wiederum in Anlehnung an A Man’s a Man for A’ That von Robert Burns entstand." (Wikipedia)
und Camus: Der Mythos des Sisyphos

Montag, 9. November 2015

Funkkolleg Wirtschaft 2. Folge: Google, Facebook, Amazon – die neuen Monopolisten 9.11. 20:35 hrfinfo

Einstieg
Wer etwas im Internet sucht, der „googelt“. In Deutschland hat Google keinen ernst zu nehmenden Konkurrenten: Wer aber sichert den Nutzern zu, dass die Reihenfolge der Suchergebnisse „neutral“ ist – unbeeinflusst von den ökonomischen Interessen des Betreibers dieser Suchmaschine?
Auch Firmen wie Amazon können womöglich ihre Marktmacht ausnutzen, um ihre Kunden hinters Licht zu führen: Werden erfolgreiche Privatanbieter geschickt unterboten, wenn Amazon die gleichen Waren anbietet?
Google ist dabei, ein Auto, das Google Car, zu entwickeln – haben Industrie-Größen wie Audi oder BMW eigentlich noch das Know-how für fortgeschrittene Software? Müssen die Banken zittern, weil die Online-Riesen demnächst auch ins Bankgeschäft einsteigen?
Sendung

Stichpunkte zur Mitschrift der Sendung:

ökonom Prinzipien für digitale Ökonomie
  1. Massenproduktion
  2. Netzwerkeffekt
  3. geschlossene Systeme
Monopolkommission
zunächst gegen strengere Regeln gegen Monopole in der digitalen Wirtschaft
Nachdenken über die Verkehrsregeln
denkbar: Orientierung nicht an Marktmacht, sondern am Transaktionsvolumen beim Einkauf
einheitliche europ. Datenschutzverordnung (Adressdaten, eigene Inhalte in die Hände der Nutzer

Michael Weber vom Stadtplandienst (Prozess gegen Google seit 2010, immer noch offen)
Weber: Die Regulierer haben gelernt. Nicht Protektionismus, sondern bessere Regulierung erwünscht

Die großen Internetunternehmen arbeiten nach der Strategie des produktiven Scheiterns. Wenn ihr Weg gescheitert ist, kaufen sie den erfolgreichen Konkurrenten auf.

Google in Alphabet Inc. umbenannt, die Suchmaschine ist danach nur noch eine Sparte innerhalb der Holding.


Dienstag, 6. Mai 2014

Martin Lindner: Die Bildung und das Netz

Früher hat man solche Bücher subskribiert. Heute crwodfunded man sie, z.B. hier, bei bei startnext.de.

Inhaltsvorschau:
I. DER GROSSE BRUCH
Digitaler Klimawandel / Digitale Immigranten / Konkurrenzkampf in der neuen, flachen Welt / Was ist das: "Das Netz"?
II. DIGITALE BILDUNG
Das Jahrhundert der Bildungsbürger / Bildungsrepublik? / Digitale Demenz, Digitale Intelligenz / Menschmaschinen / Was ist das: "Digitale Bildung"?
III. DIE FLIEGENDEN KLASSENZIMMER
Angriff aus dem Netz: Massen, Daten, Algorithmen / Schulen in der Wolke / Universitäten: Zerbröckelnde Bildungsburgen / Bildung und Beruf / Berufsakademien und Firmenuniversitäten / Startup Education

Mittwoch, 15. Mai 2013

Digitale Demokratie - politische Willungsbildung im Netz

Eröffnung der Themenwoche: hier

Stark auswählende Mitschrift:
Partizipationsgedanke über Internetinstrumente? Liquid Feedback (von der Piratenpartei unabhängig) Mischung von direkter und repräsentativer Demokratie, da Stimmberechtigung übertragen werden kann.

 Damit die Software die demokratische Diskussion fördern kann, muss sie aber bekannter und beliebter werden.  Vorteil für Diskussionsvielfalt. Gefahr des Fortfalls von Anonymität bei Abstimmungen.

Link zur Rolle des Themas auf dem Parteitag der Piraten und auf der re:publica 13

Netz ermöglicht es festzustellen, ob ein Thema als relevant empfunden wird. Beispiel ACTA (europaweiter Protest) 
Journalist Markus Richter: Auch relativ wenige Personen können im Netz "viel Krach machen".

 Beispiel Guttenplag-Wiki: Die Arbeit im Netz ermöglichte erst die Erhärtung des Verdachts; entscheidend für die politische Wirkung waren freilich die traditionellen Medien, weil die Masse der Bevölkerung erst über diese von den Zusammenhängen erfuhr.

Eine Fülle von Bürgerbeteiligungsmöglichkeiten über Netz bereits erprobt.

 Wichtige Stimmen: Frank Rieger vom CCC

Während des Zuhörens ließen sich Links beim ZUM-Wiki erstellen. - Einen Text zum Thema hätte ich wohl nicht gelesen, weil ich a) nicht in Stimmung für Arbeit war b) glaubte, im wesentlichen über das Thema informiert zu sein. Die Sendung stellte aber eine gute Zusammenfassung dar und machte auf wichtige Links aufmerksam. 

Ein Rückblick auf das Funkkolleg mit Hinweis auf die Veröffentlichung der meisten Kollegmaterialien in Buchform

Sonntag, 12. Mai 2013

Bildung im Netz

"Motivation für das Lernen ist die Aussicht auf eine Bedürfnisbefriedigung.

Wieso nach einer frisch-fröhlichen Re:publica solche Gedanken auftauchen?
Auslöser dafür war ein Ereignis im Eingangsbereich am Flughafen Berlin-Tegel. Ein junger Mann wühlte in einem Abfalleimer, fand einen Plastikbecher mit etwas Saft und trank ihn gierig aus.
Was folgern Sie? Wo finden die durch das soziale Netz gefallenen Mitbürger ihren Platz im digitalen Bildungsnetz? "

Es ist erfrischend, Bildung im Netz in einen realistischen Kontext gestellt zu sehen. Das passiert nicht oft. Danke decema!

Dienstag, 18. Dezember 2012

Computer im Kindergarten?

Diskussion von 2006

Funkkollegsendung 2012

Meine Meinung - bisher noch in Unkenntnis der Sendung: Es besteht keine Eile, Kinder einzuführen. Ab 6, 7 oder 8 Jahre reicht es völlig aus. Da die Werbung aber Computer in die Familien drückt, ist etwas Medienpädagogik für Kinder - und mehr noch für Eltern - wohl schon vom Kindergartenalter an erforderlich.  Ein Kind, das wesentlich besser mit dem Computer umgehen kann als seine Eltern, hat größere Schwierigkeiten, ihrem Rat zu folgen, als ein anderes.
Wichtiger als das Fernhalten von Computer und Fernsehen ist es, ihnen nicht die Chancen unmittelbarer Welterfahrung zu nehmen.

Erschreckt bin ich allerdings, wenn ein Medienpädagoge in der Sendung den Vergleich Straßenverkehr und Internet so schief aufbaut, dass er behaupten kann: Wenn man Kindergartenkindern Verkehrsregeln beibringt, muss man ihnen auch Regeln für den Umgang mit dem Internet beibringen.
Kinder wird man sinnvollerweise dort von der Fahrbahn fernhalten, wo gefährlicher Verkehr herrscht. Deshalb gibt es Spielstraßen, wo alle Verkehrsteilnehmer besonders auf Kinder Rücksicht nehmen müssen, und Autobahnen, wo auch Erwachsene nur in besonderen Ausnahmesituationen die Fahrbahn betreten dürfen.
Verkehrsregeln brauchen Kinder erst zu lernen, wenn sie wegen Zwängen unserer realen Welt notgedrungen Verkehrsteilnehmer werden, die mit der sichersten Regel: "Betritt eine Fahrbahn nur an der Hand eines Erwachsenen" nicht mehr auskommen können. Verkehrsregeln kann man auch lernen, ohne im dichten Verkehr auf einer Fahrbahn herumzulaufen.

Kommentare:

http://organicclassroom.wordpress.com/2009/02/18/web-20-and-early-childhood-education/

http://bildungsklick.de/pm/82854/digitale-medien-gehoeren-in-die-fruehkindliche-bildung/

http://www.blickwechsel.org/ueberall_schulen_ans_netz.html


Freitag, 30. November 2012

Schüler und das Internet


Zwei Tweets von Twitterin @lammatini  zum Internet:
Fragt man Eltern "Was, glauben Sie, wünschen sich Ihre Kinder von Ihnen bezüglich Internet", antworten diese: "Klar: unbegrenztes Surfen!"
Präsentiere ihnen dann Antworten ihrer Kinder: ernstgenommen werden, auch mal loben, echtes Interesse zeigen. Macht sie sehr nachdenklich.

Samstag, 24. November 2012

Kommunikationskosten - Kommunikationsrisiken

Mitschriftversuch:
Elektronische Spuren im Netz
Kriminalitätsmöglichkeiten:
Daten der Banken werden auf den eigenen Server umgeleitet (Man in the middle)
Überwachungsmöglichkeit/Kundenbeobachtung:
Clickstreamanalyse
12 Terabyte von Twitter täglich von Banken ausgewertet, abgeglichen mit Facebook, Kaufkraft in Stadtbezirken usw.
Aus Kauf- und Bezahlverhalten auf drohende Insolvenz geschlossen.
Versicherung Untersuchung von Kunden auf Empfänglichkeit für Angebote
Tägl. 1 Mrd Facebook-Updates, viele Millionen Twitternachrichten
Schufaprojekt zur Analyse wurde nach Protesten auf Eis gelegt, in USA ist so etwas schon lange üblich.
Fluglinie KLM beschenkt ihre Kunden mit auf ihr Twitterprodukt passenden Geschenken.
Facebook hat Überwachungssoftware, mit dem ein Pädophiler aufgedeckt wurde.
Beispiel: Druckertintenbestellung - "Sammelwut" der Geheimdienste 120 000 Verdachtswörter, z.B. afghanische Städtenamen
Auch medizinische Daten von beobachteten Personen werden ausgewertet. Fernmeldegeheimnis wird dafür außer Kraft gesetzt.
INDECT: EU-Forschungsprojekt. Vorläufig nur Algorithmen entwickelt, noch keine Vernetzung
TrapWire: U-Bahn, Kasinos in Las Vegas usw. überwacht
Gefahr, dass die Daten zur Erpressung verwendet werden.
Internet "das Medium, das unser Leben so sehr verändert hat wie keine andere Erfindung der letzten 100 Jahre".

Mein Kommentar:
Eine gelungene Zusammenstellung. Ich bin froh, dass ich manches mit Wikipedia verlinken konnte, da ich nicht übersehe, wie viel ich vom schriftlichen Material werde durchgehen können.

Persönlich bin ich der Meinung, dass gezielte Werbung an mir nicht allzu viel verloren hat; aber beeindruckt war ich doch, als ich eine Googlesuche nach Fontanefan mit der neutraleren Suche von DuckDuck verglich: Fontanefan. Es tut sich sozusagen ein neues Internet auf. Eine neutrale Suche interessiert sich nicht für meine Webseiten, sondern viel mehr für meine Kommentare auf wirklich wichtigen Webseiten. (Vergleichen Sie einmal eine Googlesuche zu einem Sie interessierenden Thema mit einer DuckDuck-Suche! Google findet nicht das Wichtigere, sondern das, was Sie für wichtiger halten. Wie viele Informationen über Sie benutzt es dabei? Wofür kann es sie noch verwenden?)
Dass Google Facebook nachmacht, sehe ich sehr kritisch.

Kurz zu alternativen sozialen Netzwerken.
Jo Bager schreibt in c't und Spiegel online:
"Es wäre hilfreich, wenn sich die verschiedenen alternativen Projekte enger zusammenschlössen und ihre Möglichkeiten besser publizierten. So könnten sie schneller eine kritische Masse an gemeinsamen Nutzern aufbauen, die es auch für weitere Surfer interessant macht, mal die angestammten Treffpunkte zu verlassen und was Neues auszuprobieren."

Persönlich bedaure ich, dass die prominenten Mitglieder der Piratenpartei sich mit ihrer Politik der Transparenz so viel Ärger eingehandelt haben (dazu: bzgl. Weisband). Aber für die unbedarfteren Netzaffinen halte ich es für ein wichtiges Beispiel.
Hier sind netzerfahrene und zum Teil hochbegabte politisch engagierte Internetnutzer in ihrem Optimismus über das Netz nach einigen Querelen und Shitstorms (im Netz und in den Medien) ziemlich enttäuscht worden. Das sollte weniger versierten Internetnutzern zu denken geben. Da wird das soziale Netzwerk Twitter, in dem jemand unbedacht eine ironische Formulierung gebraucht hat, plötzlich zum Nachrichtendienst, mit dem er etwas verlautbart hat, was als völlig unironisch verstanden wird.

J. Robes: Funkkolleg Daily, 24.11.12
C. Bremer: Aktivitäten rund ums Funkkolleg, 24.11.12

Donnerstag, 3. Mai 2012

Lernen und Bildung im Social Web – Ergebnisse des #ocwl11

Die Veranstaltung (am 3.5.12) bei der MFG Innovationsagentur für IT und Medien
begann mit zwei Vorträgen:

Prof. Dr. Ulrike Cress:

 Gemeinsam Wissen konstruieren im Social Web – Forschung und Praxis

(zugrunde liegende Forschungsprojekte u.a.: NetzwekanalyseWikis, Netzwerke zur Wissenskonstruktion bei Wikipedia)

und von Johannes Moskaliuk:
Ein Open Course zwischen Universität und Internet (Folien verlinkt)Dann fand ein World Café in drei Runden statt.Bericht von Katrin vom zweiten Tisch des CafésMein weit subjektiverer Bericht vom ersten Tisch:
Ja, wir haben darauf hingewiesen, dass Weblernen oberflächlich macht, weil man von Link zu Link springen kann, als zappte man durch Hunderte von digitalen Fersehprogrammen, und darauf, dass eine Quslitätssicherung wie an der Hochschule fehlt und auch die Nachhaltigkeit des Lernens nicht gesichert ist, weil keine Prüfungssituation zur vorherigen Internalisierung assimilierten Wissens drängt.
Und doch waren wir der Meinung, dass es für die sieben Studenten, die den ocwl11-Kurs mitmachten, ein Gewinn war, dass der Kurs ins Netz geöffnet war.

Ja, ich wäre gern bei der rp12 gewesen. Und doch fand ich es ein recht intensives Erlebnis mit allen, die sich für die Auswertung der Erfahrungen des ocwl11 interessierten, in einem Raum zu sein und einige von den Personen begrüßen zu können, die ich während des Kurses schätzen gelernt habe.
Doch ich spreche zu Unrecht von "wir", denn ich habe beim World Café nur an einem Tisch gesessen und kann - trotz der Visualisierung von Wissensakkumulierung gar nicht wissen, was im einzelnen an den anderen Tischen gesprochen worden ist.
Doch bald schon wird Johannes auf dem Wissensdialogeblog einen differenzierteren Bericht der Veranstaltung liefern.

"I don't want to talk. I'm travelling right now. Never. Never. I said never", klingt es von einem Sitz jenseits des Ganges.
Es hat doch etwas, nicht nur virtuell unterwegs zu sein. Und es hat viel für sich, wenn das Handy aus ist und man nicht erreichbar ist.
Dann freut man sich umso mehr, wenn man sich wieder sieht.
Und die ocwl11-Teilnehmer, die ich gern in Stuttgart gesehen hätte, treffe ich ja vielleicht bei der nächsten re::publica.
Ja, auf dem ältesten Friedhof Stuttgarts (1626 - 1880) war es auch interessant.
Und ja, Frau Professor Cress, es ist schon eindrucksvoll, wie viel man nach einer Fahrt noch über das erfahren kann, wo man gewesen ist und wie einem die Wikipedia inzwischen schon die Erinnerungsfotos abnimmt. Dies ist aber trotzdem vom 3.5.2012:


Frage: Auf welchem Friedhof liegt der Verfasser des Märchens, in dem der Räuber Orbasan vorkommt und wie lautet sein Name?

Was ich noch vergessen habe:
Der Unterschied zwischen den Mitgliedern einer Hochschule (offliner) und den Mitgliedern der Social Webs ist: In der Hochschule achtet man auf Qualität und Belegbarkeit, im Netz tendiert man zur eitlen Selbstdarstellung. (Manche brauchen dafür freilich nicht einmal das Netz. ;-))

Montag, 2. Januar 2012

Heiko Idensen zu Kollaboration und online-Texten

Soeben ist Heiko Idensen als Twitterfollower zu mir gestoßen, aus dessen Netz- Kunst-Wörter-Buch einige Texte meiner Meinung nach sehr gut zu unserem Kurs Workplacelearning passen:

Das Wissenschaftsverständnis hat sich angesichts der postmodernen Informationstechnologien von einem passiven deskriptiven Paradigma (Relation zur Natur, Repräsentation von Fakten, Entdeckungen von ,Geheimnissen` durch geniale Einzelwissenschaftler) zu einem konstruktivistischen Ansatz hin entwickelt: Hier stehen die Prozesse und Operationen im Vordergrund, durch die Erkenntnisse überhaupt erst erzeugt werden. Diese Prozesse der Wissenserzeugung sind von vornherein als ein kollaboratives Netzwerk angelegt; komplexe Forschungen können nur noch im teamwork[31] vollzogen werden. (H. Idensen: Netzliteratur. Lexikon #51): Ein Blick etwa in physikalische Forschungsliteratur zeigt Teams von mehr als 2000 WissenschaftlerInnen, die über Jahrzehnte zusammenarbeiten. Selbst bei einer Dissertation in einem solchen Arbeitskontext tauchen dann etwa die Namen von über 500 ,Mitautoren` (in alphabetischer Reihenfolge) auf, so dass - trotz der restriktiven Regeln des zunftartig organisierten Wissenschaftsbetriebs - der einzelne Forscher ganz deutlich als Knoten in einem Geflecht von Querbeziehungen positioniert wird. Der Konzeption des WWW-Standards am CERN lag u.a. der Wunsch und die Notwendigkeit der Entwicklung eines einfachen Austauschformats für wissenschaftliche Texte im Netz zugrunde.

"Es gibt vier Arten, ein Buch zu machen. Man kann Fremdes schreiben, ohne etwas hinzuzufügen oder zu verändern, dann ist man ein Schreiber (scriptor). Man kann Fremdes schreiben und etwas hinzufügen, das nicht von einem selbst kommt, dann ist man ein Kompilator (compilator). Man kann auch schreiben, was von anderen und von einem selbst kommt, aber doch hauptsächlich das eines anderen, dem man das Eigene zur Erklärung beifügt, und dann ist man ein Kommentator (commentator), aber nicht ein Autor. Man kann auch Eigenes und Fremdes schreiben, aber das Eigene als Hauptsache und das Fremde zur Bekräftigung beifügen, und dann muss man als Autor (auctor) bezeichnet werden."[29] ( Illich, Ivan: Im Weinberg des Textes. Als das moderne Schriftbild entstand. Ein Kommentar zu Hugos "Didascalicion", Frankfurt am Main 1991, OT: L'Ere du livre, Paris 1990, S. 112) [31]

Wenn ich meinen Beitrag in das Schema einordnen soll: Scriptor bin ich sicher nicht, sondern Copy&Paster, aber auch ein wenig Kommentator, indem ich einen Zusammenhang anzudeuten versuche.

Ein Twitterhinweis von H. Idensen zu Social Reading