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Mittwoch, 7. Dezember 2011

Twittern als Beispiel für die Wissensspirale

Ich mache irgendwelche Erfahrungen (Ich stehe an einer Bushaltestelle und friere. Oder: Ich sitze in einem psychologischen Seminar und rede mit anderen über einen Text.) [Sozialisation]
Ich twittere darüber ("Mir ist kalt." Oder: "Wissensspirale: Sozialisation, Externalisierung, Kombination, Internalisierung.") [Externalisierung}
Einer meiner Follower hat ähnliche Erfahrungen gemacht oder kennt dazu passende Texte und kombiniert beides ("Schräg über die Straße ist ein Starbuck. Trink doch Coffee to go!" Oder: "gerade diesen Artikel gelesen. Klärt meine Vorbehalte zur Wissensspirale auf. Top! http://www.community-of-knowledge.de/beitrag/was-verbirgt-sich-hinter-der-externalisierung-von-implizitem-wissen/") [Kombination] - Wenn sie nett ist, verlinkt sie gleich zu den Texten wie @designeon.
Ich nehme mir zu Herzen, was ich dadurch an neuem erfahren habe. (Ich hole mir Kaffee. Oder: Ich lese den Aufsatz.) [Internalisierung]

Auf welcher Stufe bin ich jetzt?
Ich glaube, ich habe mir aufgrund meiner Sozialisation statt des Kaffees vom Kiosk nebenan einen Flachmann geholt. Und statt den empfohlenen Artikel ordentlich zu lesen und zu verstehen, schon nach den ersten Sätzen externalisiert und halbgares Zeug gequatscht.
Aber das liest jetzt jemand und gibt seinen Kommentar ab (darüber, was ich falsch verstanden habe). Wenn ich nicht ganz begriffsstutzig bin, kombiniere ich den mit meinem Halbwissen und baue daraus neues Wissen auf, d.h. ich begreife/internalisiere ihn.

Was machen Retweeter und Blogger?
Beispiel
@sabineczerny: Zahl der Lehrer-Pensionierungen auf Rekordniveau - Jeder 5. aus gesundheitl.Gründen vorzeitig i. d. Ruhestand sz 
@sabineczernySozialverhalten "Fairness ist eine Voraussetzung für Zusammenarbeit" sz
Bin zu faul, selbst Wissen aufzubauen, deshalb retweete (bzw. copy&paste) ich nur. Vielleicht baut jemand anders Wissen daraus auf.
Und wenn ich Glück habe, bekomme ich fürs Retweeten einen Doktortitel.
Oder ist das eher Pech für mich und Glück für die BRD, die einen Blender - für kurze Zeit - los wird.
Keine Sorge, er kommt wieder und hilft weiter beim Wissensaufbau. Diesmal vielleicht nicht nur  durch  copy&paste.

Im Wesentlichen ist dieser Artikel ein copy&paste von Lernspielwiese. Aber vielleicht ist noch etwas hinzugekommen, @mons7? Dann hätte ich ja vielleicht etwas von dir und Nick Knatterton* gelernt und erfolgreich kombiniert.

*"Dessen geflügeltes Wort „Kombiniere, …“ ging in den deutschen Sprachgebrauch ein." (Wikipedia)

Mittwoch, 30. November 2011

Kann eine 'Community of knowledge' das Börsengeschehen beeinflussen?

Markus Birkenkrahe, Professor für Wirtschaftsinformatik in Berlin, sieht sich in der New York Times zitiert. Der Grund, er meint, Internet Communitys könnten das Börsengeschehen beeinflussen:
If an activity is meaningful to a community, it can use social media to build information, momentum and relationships much, much faster than ever before. That these tools are related to “community” (a wider group with common interests) rather than “friendship” can be gathered from the many facebook pages that are dedicated to a cause. (Social Media Are Growing Up)
Mir scheint interessant, dass hier knowledge building durch eine Community aufgrund ihrer weltweiten Vernetzbarkeit innerhalb des Internets sehr reale wirtschaftliche Folgen zugeschrieben werden.

Mittwoch, 16. November 2011

Zusammenarbeit beim Wissensaufbau

Wenn eine Gruppe davon ausgeht, dass ein Teil der Gruppe (z.B. der Gruppenleiter)  die vorgegebenen Aufgaben besser bewältigen kann als jeder vom Rest der Gruppe, wird es für diesen Rest vermutlich recht schwer, sich vorzustellen, dass er sehr Wesentliches zum Wissensaufbau beitragen kann.
Dem kann man begegnen, indem man ganz gezielt das Aufdecken von Schwierigkeiten beim Textverständnis und  die Erzeugung von produktiven Missverständnissen als Teil der Gruppenarbeit vorsieht.

In unserer gemischten Lerngruppe liegt in diesem Sinne der Vorzug darin, dass die online Beteiligten nur sehr schwer einschätzen können, was die übrigen Gruppenmitglieder an Vorkenntnissen mitbringen, und deshalb ihre Unkenntnis relativ problemlos zugeben können und andererseits jeder auch auf scheinbar selbstverständliche Zusammenhänge hinweisen kann, weil nicht klar ist, ob sie nicht irgend jemandem aus der Gruppe unvertraut sind.
Für mich ist daher Teil meines unausgesprochenen Kollaborationsskripts, auszuprobieren, ob nicht bei mir Wissenslücken bestehen, die ich noch gar nicht als solche wahrgenommen habe, und andererseits auf Sachverhalte hinzuweisen, die vermutlich jedem geläufig sind, aber vielleicht doch nicht allen.
Deshalb schreibe ich auch diesen relativ belanglosen Beitrag. Wer weiß, vielleicht kann ja doch jemand etwas mit ihm anfangen.
Vor allem aber spricht er etwas über den Zusammenhang von Kollaborationsskripten und der Rolle des transaktiven Gedächtnisses für Zusammenarbeit an, was mir persönlich bisher noch nicht so klar war.

Donnerstag, 3. November 2011

Knowledge Building in Wikipedia

Heute wurden im Artikel  Knowledge Building bis 7:50 acht edits durchgeführt. So lange haben die von mir am 19.10. entdeckten Fehler bzw. verbesserungswürdigen Kleinigkeiten durchgehalten.
Die Verbesserungen vom 3.11. stammen von nur zwei Personen.
Offenbar fühlt sich nicht jeder Student oder Blogger, der in der Wikipedia etwas Verbesserungswürdiges entdeckt, aufgefordert, es auch wirklich zu verbessern.
Hat sie denn schon Brockhauswürde? Das wäre schlecht, finde ich.
(Übrigens, einer der edits ist zwar nicht falsch, er widerspricht aber den Wikipediaregeln. Ich bin gespannt, wie lange der sich hält.)

Sonntag, 30. Oktober 2011

Langeweile und Wissensarbeit

Ist forschendes Lernen im Sinne des Knowledge-Buildung-Aufsatzes von 2006 außerhalb der naturwissenschaftlichen Fächer nicht ein großer Ausnahmefall?

Kann Langeweile helfen, Wissensaufbau anzuregen?
http://www.swr.de/swr2/programm/sendungen/wissen/-/id=8619332/property=download/nid=660374/1iqtp1m/swr2-wissen-20111029.pdf