Posts mit dem Label Fkwirtschaft werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Fkwirtschaft werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Montag, 9. Mai 2016

Fk Folge 22 Wie geht eine gerechte Wirtschaft?


Wie geht eine gerechte Wirtschaft?  Autorin: Bettina Emmerich


Sendedatum in hr-iNFO: Montag, 09.05.16, 20.35 Uhr
Wiederholungen: am folgenden Samstag, 11.35 Uhr und Sonntag, 8.35 Uhr und 20.35 Uhr
Der Kapitalismus macht Menschen arm, machtlos und unglücklich. Und er macht sie auch wohlhabend, einflussreich und glücklich. Die einen, weil sie offenbar fleißig, schlau und schnell sind, die anderen, weil sie anscheinend faul, dumm und zu langsam sind – oder einfach Pech haben. In welche Familie oder auf welchem Kontinent wir geboren sind, das wird unser ganzes Leben prägen. Demokratische Gesellschaften versprechen Chancengleichheit. In vielen Verfassungen steht das Recht, sein Glück zu suchen. Viele ökonomische Entscheidungen und Entwicklungen sind jedoch rasend ungerecht.
Warum Milliardäre bei uns nicht zur Kasse gebeten werden
In Deutschland stehen 150 Milliardären rund 5 Millionen Menschen gegenüber, die als Aufstocker oder Hartz-IV-Empfänger leben. Wie ist das möglich in einem reichen Land, in dem so viele Menschen Arbeitsplätze haben wie noch nie, die Arbeitslosigkeit einen Tiefstand erreicht hat und die Wirtschaft brummt? 
In einem Funkkolleg Extra spricht Bettina Emmerich mit Politikwissenschaftler Prof. Christoph Butterwegge über Armut in Deutschland. Zu hören an Pfingstmontag in hr-iNFO um 20.35 Uhr (Wdh. am folgenden Samstag, 11.35 Uhr und Sonntag, 8.35 Uhr und 20.35 Uhr).
Gerechte Wirtschaft – geht das?

Punktuelle Mitschrift:
Jean Ziegler verweist darauf, dass die Menschenrechtserklärung zwar viel verspricht, aber ihre Versprechen bricht.

Warum schaffen wir es nicht, den Reichtum brüderlich zu teilen? 
Beispiel: Nahrungsmittelproduktion könnte 12 Mrd. versorgen, aber Hunderte von Millionen hungern.
Über Armut gibt es Erhebungen, über Reichtum nicht.
In Einkommensgerechtigkeit liegt Deutschland nach dem internationalen Gerechtigkeitsmonitor im unteren Drittel. 
Adam Smith erfand auch den trickle-down-Effekt. Noch 1985 versprach Ronald Reagan bei einer angekündigten Steuersenkung, das würde passieren. Stiglitz zeigt anhand der Zahlen auf, dass dieser Effekt nicht funktioniert.
Piketty: Vermögensverteilung sorgt dafür, dass Arbeitsleistung immer schlechter belohnt wird als Vermögen. 

Forst: Gerechtigkeit ist das Gegenteil von Willkür. In einer gerechten Gesellschaft können Menschen ihre Gesellschaft auch beeinflussen.
Hartmanns Untersuchung: Nur 43% der Elite halten die deutsche Gesellschaft für ungerecht. Ganz anders sieht es bei denen, die aus Arbeiterhaushalten aufgestiegen sind.
Von den Erbschaften dieser Generation könnte man alle Hartz IV Empfänger 150 Jahre bezahlen. 

Es gibt Initiativen für die Einführung einer höheren Erbschaftssteuer.

Forst: Gerechtigkeit kann nicht über Stiftungen und Spenden erreicht werden. Sie ist eine politische Aufgabe.

Mittwoch, 4. Mai 2016

Funkkolleg Wirtschaft Folge 21: Lehman Reloaded – nach dem Crash ist vor dem Crash

Lehman Reloaded – nach dem Crash ist vor dem Crash


Ein Blick zurück in die Geschichte der Wirtschaft zeigt: Immer schon folgten Blütezeiten auf Krisen und umgekehrt. Es hat Dutzende von Währungszusammenbrüchen gegeben. Kriege, die von wirtschaftlichen Interessen gesteuert waren. Folgt dieses ständige Auf und Ab einem bestimmten Muster? Was unterscheidet die Wirtschaftskrisen der vorindustriellen Zeit von den Turbulenzen im Zeitalter der Globalisierung? Sind Krisen die Kehrseite eines enormen Wirtschaftswachstums? Eine Krise kommen sehen, das fällt schwer, den Gewinnern in Krisen ebenso wie den Verlierern. Wo gedeihen Krisen am besten – in Demokratien oder Diktaturen? Welche Rollen spielen die Notenbanken und Börsen?

Montag, 14. März 2016

Fk Wirtschaft Folge 17: Land, Öl, Wasser – wie wirtschaften wir mit Ressourcen?

Land, Öl, Wasser – wie wirtschaften wir mit Ressourcen?


Ostern steht vor der Tür - und das Funkkolleg Wirtschaft macht eine Ferienpause, damit niemand etwas verpasst. Aber es erwarten Sie in dieser Zeit drei Ausgaben "Funkkolleg Wirtschaft Extra" – Gespräche zu interessanten Aspekten des Funkkollegs, mit spannenden Interviewpartnern: der Wirtschaftsweisen und Professorin Isabel Schnabel, dem Ökonom und wissenschaftlichen Beirat des Funkkollegs Professor Andreas Hackethal und dem Medienwissenschaftler Stephan Ruß-Mohl. Mit ihm starten wir heute:

"Entwicklungsökonomen sprechen zuweilen vom Fluch der Ressourcen– sie beobachten, dass gerade rohstoffreiche Länder, etwa in Afrika, aber auch Russland, mit ihrer Ressourcenpolitik Konflikte provozieren. Der Kampf um Boden bewegt die Agrar-Industrie: Stichwort Land-Grabbing.  Was heißt es, wenn Ressourcen wie guter Boden und sauberes Trinkwasser knapper werden? Welche Rolle spielt die steigende Nachfrage nach Öko-Erzeugnissen? Oder nach bestimmten Rohstoffen wie die „Seltenen Erden“?"

Wasserknappheit führt dazu, dass ein Großteil der Arbeitskraft von Frauen und Kindern für Wasserholen verbraucht wird. Diese Zeit kann nicht für Bildung genutzt werden,


Zusatzmaterialien

Lexikon der Nachhaltigkeit zu Ressourcen

"Ein Mass für die Qualität des Umgangs mit Ressourcen in der Wirtschaft ist die Ressourcenproduktivität. [...] 
bedeuten, dass bei gleichbleibender Wirtschaftsleistung und gleichbleibendem Wohlstand weniger Ressourcen der Natur entnommen worden sind."

Montag, 7. März 2016

Fk Wirtschaft Folge 16: Welt ohne Wachstum?


16 Vorwärts im Rückwärtsgang – eine Welt ohne Wachstum?

Autorin: Judith Kösters


„Wenn es uns gut gehen soll, muss die Wirtschaft wachsen.“ Diesen Glaubenssatz haben wir tief verinnerlicht. In Deutschland ist das Wirtschaftswachstum als Ziel der Politik sogar in einem Gesetz festgeschrieben. In vielerlei Hinsicht ist unsere Gesellschaft, unser Sozialstaat, tatsächlich auf Dauer-Wachstum ausgelegt. Ob bei der Rente oder im Gesundheitswesen, das System kommt ins Schlingern, wenn das Wachstum fehlt. Gleichzeitig wächst auch der Ressourcenverbrauch, die Umweltverschmutzung, die Klima-Belastung. Wachstums-Kritiker wie Naomi Klein oder die Veranstalter internationaler „Degrowth“-Kongresse wie zuletzt 2014 in Leipzig fordern ein Umsteuern. Gerade die jüngeren Menschen sympathisieren mit diesem Ruf, denn das „Immer mehr“ ist auch anstrengend für jeden Einzelnen.  Aber wie könnte ein Kapitalismus aussehen, der sich vom Wachstum verabschiedet? Brauchen wir stattdessen ein „qualitatives“ Wachstum?

Zusammenhang von Zufriedenheit und Einkommen (Welt 22.10.15)

"Wer täglich darum kämpfen muss, seinen Alltag finanziell zu bestreiten, der hat wenig Chancen, glücklich zu sein. Ab einer Grenze von 75.000 Dollar, umgerechnet gut 61.000 Euro, muss man sich um das Geld hingegen offensichtlich im Alltag keine großen Gedanken mehr machen. [...]
Danach macht mehr Geld auch die Deutschen glücklicher. Daran ändert auch die Tatsache nichts, dass der Glückszuwachs bei höheren Einkommen geringer ist als bei niedrigeren. Unterhalb eines Monatsnettoeinkommens von 1200 Euro schlägt sich jede Erhöhung um 100 Euro dreimal so stark im Glück nieder wie oberhalb von 1200 Euro."
Armut und Empfindlichkeit bei Rückschlägen
Weiter ergab die Untersuchung, dass arme Menschen schlechte Erfahrungen wie Scheidungen, Krankheit oder Einsamkeit stärker negativ empfinden als Menschen mit einem gutem Einkommen.

Theodor Fontane wusste das schon, als er am 17.4 1854 an Theodor Storm schrieb:
"Erst unter natürlichen, wohlhabenden, sorglosen und freien Menschen fühlt man so recht, welch ein stellenweis erbärmliches Leben man in unsern großen Städten und unter unsern kleinen, dürftigen Sechserverhältnissen führt.Allerdings möcht ich nicht tauschen, unser geistiges Leben hat eine Süße, von der ich unfähig wäre, mich zu entwöhnen, aber inmitten eines äußerlichen Behagens , das bei 35 Rtl. monatlichen Gehalts schlecht zu kultivieren ist, wird einem wenigstens fühlbar, daß das Glück, das man genießt, nur ein halbes ist, ein schwer erkauftes, dessen Einsatz oft höher ist als der Gewinn.
Es ist wunderbar, in wie nahen Beziehungen Menschenglück und Putenbraten zueinander stehn und welche Püffe das Herz verträgt, wenn man jeden Schlag mit einer Flasche Markobrunner parieren kann.

Montag, 29. Februar 2016

Funkkolleg Wirtschaft 15: Planlos ins Alter: die große Rentenverunsicherung

Funkkolleg Wirtschaft 15: Planlos ins Alter: die große Rentenverunsicherung

[...] Unsere Gesellschaft wird im Schnitt immer älter und der Generationenvertrag, so wie er ursprünglich gedacht war, wird die Rentner wohl nicht mehr ausreichend finanzieren können. Immer mehr schlecht bezahlte Jobs für große Bevölkerungsteile führen die Forderungen nach privater Vorsorge ad absurdum.[...]
Fragen: 
Wie kann der Sozialstaat unabhängig vom demografischen Wandel funktionieren? 
Welche Rolle spielt Einwanderung? 
Wie viel Verantwortung kann und sollte jeder Einzelne übernehmen?

Sendung
25:03 min (Download Funkkolleg Wirtschaft (15), MP3-Audioformat, 46 MB)

Zusatzmaterial:

Psychologie der Altersvorsorge: Entscheidungsfindung in der Ent(d)sparphase

[...] Für die Phase der aktiven Verwendung des angesammelten Vermögens zwischen dem Renteneintritt und dem Erbfall gibt es jedoch wenig Aussagen.[...]
 Welche Funktion und Bedeutung hat das angesparte Vermögen für den Einzelnen? 
 Welches sind eingeübte oder selbst verordnete Ausgabe-Maximen? 
 Wie viel wird für die eigenen Bedürfnisse eingesetzt? 
 Welche Rolle spielt der Wunsch, Teile des Vermögens zu vererben oder es noch zu Lebzeiten zumindest in Teilen  an die nachfolgende Generation zu übertragen? 
 Wie viel kann von dem Ersparten wirklich ausgegeben werden angesichts eines schwer kalkulierbaren  Langlebigkeitsrisikos? 
 Wie viel wird für Unvorhersehbares zurückgehalten?

Grundsätzlich werden Begriffe wie „alt“ oder „Senior“ von der Generation 50 plus gemieden. Solche Begriffe werden erlebt als Sinnbild für 
 Verlust körperlicher und geistiger Beweglichkeit und Lebendigkeit 
 Fremdbestimmung und ohnmächtiges Angewiesen-Sein auf andere (zum Beispiel die eigenen Kinder oder „fremde“ Institutionen) 
 Einengung und Reduktion der persönlichen Entwicklungs- und Entfaltungsmöglichkeiten. 
[...] Tendenzen, diese Entwicklungen mit all ihren Vor- und Nachteilen gedanklich hinauszuschieben auf eine zukünftige Zeit. Man fühlt sich generell noch dem (vergangenen) Zeitabschnitt des „saft- und kraftvollen“ Erwachsenenlebens zugehörig [...] großes Bestreben, die eigene Autonomie und Unabhängigkeit zu bewahren, zugleich existieren große Ängste in Bezug auf das Alter(n), jeder hat zumindest eine Ahnung davon, dass man irgendwann Hilfe benötigen wird. Dennoch leben die Best Ager in der Illusion, das Leben gehe ewig weiter. Entsprechend wird das Vermögen für die „Ewigkeit“ angelegt. [...]
Die psychologische Herausforderung in der Entsparphase [...] besteht für die Betroffenen darin, einen beweglichen Umgang mit der Planung des verbleibenden Lebensabschnitts zu finden, ohne sich durch Schreckensbilder von drohender Krankheit, Siechtum und Tod lähmen zu lassen. [...] als übermächtiger Feind immer eine Todesdrohung [...] Probleme, die mit dem Älter-Werden einhergehen, [...] von den Betroffenen unbewusst ausgeblendet, um sich nicht mit möglichen harten Realitäten wie Krankheiten, [...] beschäftigen zu müssen. Durch das Ausblenden wird eine Planung bis zum bitteren Ende vermieden. Was das Alter betrifft, möchte niemand genau hinsehen. Man kann nicht vorhersehen, was einem die Zukunft in Hinblick auf Krankheit, körperlichen bzw. geistigen Verfall oder den plötzlichen Tod des Partners bereithalten mag. [...]  Stattdessen werden im Hier und Jetzt Lebendigkeitsbeweise durch ein (über-)aktives Managen des Alltags erbracht, durch engagierte Tätigkeiten und Nebentätigkeiten oder Beweise der eigenen Mobilität. [...]  es droht ein Wechsel vom Wohnmobil zum Treppenlift. [...]
Das Vermögen ist das Gegengewicht gegen die unausgesprochenen, aber latent immer vorhandenen Bedrohungen des Alters. Die Befragten wehren sich mit Händen und Füßen dagegen, ihr angespartes Vermö- gen wieder auszugeben. Sie möchten sich nicht der erwirtschafteten Sicherheiten berauben. [...] 

Anlagevermögen und Immobilien als Standbein: Hier soll der Status quo bewahrt werden. Man will sich seines Vermögens sicher sein. Bei einem Angreifen droht Kräfteverzehr. Laufende Einkünfte aus Renten, Vermietung, Zinsen und Ähnliches als Spielbein: Es geht um die Gestaltung des Alltags, den täglichen Konsum, um Reisen, die Anschaffung eines neuen Autos oder E-Bikes.

Typen
 Planwirtschafter [...] Geldanlage ist für Jahre verplant. Sie sind für jede Eventualität versichert und versuchen so, ihre Ängste auszublenden. 
Vertager [...] idealerweise Schatzbriefe für die Ewigkeit – damit hätten sie das Gefühl, Brief und Siegel auf ihren Lebensschatz zu haben. [...] Häufig sind Tagesgeldkonten an die Stelle der Schatzbriefe getreten. Auch damit geht man kein Risiko ein. Statt einer klaren Entschiedenheit wird das Vermögen nur von Tagesgeldkonto zu Tagesgeldkonto „vertagt“. 
Blender führen ein aufwändiges bis luxuriöses Leben  [...] Das Vermögen steckt in Sachwerten, die dem Schaueffekt dienen oder den Schein wahren. Häufig handelt es sich um große Autos, zum Teil um Immobilien, mit denen man andere beeindrucken möchte. Überdurchschnittlich viele Blender (68 %) besitzen eine Immobilie.
Options-Optimist [...] hat sein Vermögen bewusst auf verschiedene Säulen aufgeteilt und schafft sich dadurch unterschiedliche Optionen. Durch die vorhandenen (Handlungs-) Möglichkeiten strahlt dieser Typus Optimismus aus.

Montag, 22. Februar 2016

Fk Wirtschaft 14: Auslaufmodell Solidarität – welche Zukunft haben die Gewerkschaften?

Folge 14: Auslaufmodell Solidarität – welche Zukunft haben die Gewerkschaften?
Projekt-Arbeit, Outsourcing, Einzelkämpfer–Mentalität – ob Freiberufler oder klassischer Arbeitnehmer, der arbeitende Mensch ist heute ein Leistungsträger und kein Klassenkämpfer. Das stürzt Gewerkschaftler in die Sinnkrise. In den USA wird die Ent-Organisierung der Arbeitswelt in vielen Bundesstaaten bereits politisch durchgesetzt: mit den sogenannten „Right to work“-Gesetzen. Die einst so mächtige Gewerkschaftsbewegung ist heute in viele Einzelgewerkschaften aufgesplittert, für jeden Job gibt es eine Gewerkschaft. Und die klagen über Mitgliederschwund. Weniger Masse bedeutet auch weniger Schlagkraft. Hinzu kommt: In den USA ist fast jeder Dritte mittlerweile freiberuflich tätig,...

Dienstag, 16. Februar 2016

Fk Wirtschaft:Extra 2: Vom Machtkampf zwischen Ökonomie und Politik und 3: Wer anderer Meinung ist, gilt als Ketzer




Extra 02 Vom Machtkampf zwischen Ökonomie und Politik 

Ein Gespräch mit Professorin Gesine Schwan  Sendedatum  Was ist wirtschaftlich sinnvoll, was ist politisch sinnvoll, was ist politisch umsetzbar: Diese Fragen sind im Zusammenhang mit dem wirtschaftlichen Kollaps Griechenlands in den zurück liegenden Monaten heftig diskutiert worden. In dieser Extra-Ausgabe des Funkkollegs Wirtschaft erörtern wir den oft übersehenen, aber zentralen Konfliktpunkt – den Konflikt zwischen Ökonomie und Politik.  Gesprächspartnerin der hr-iNFO-Journalistin Juliane Orth ist die Politikwissenschaftlerin Gesine Schwan. 

Sendung

Extra 03 Wer anderer Meinung ist, gilt als Ketzer


Ein Gespräch mit Thomas Mayer, ehemals Chefvolkswirt der Deutschen Bank

Sendedatum in hr-iNFO: Montag, 04.01.16, 20.35 Uhr
Wiederholungen: am folgenden Samstag, 11.35 Uhr und Sonntag, 8.35 Uhr und 20.35 Uhr
Banale Fragen, auch wenn sie mit vielen Fachbegriffen erörtert und in komplizierten mathematischen Formeln dargestellt werden, erbringen bloß banale Antworten – jedoch ein hohes Ansehen in der wirtschaftswissenschaftlichen Fachöffentlichkeit. Jedenfalls dann, wenn diese Fragen in  einer international verbreiteten Fachzeitschrift publiziert wurden. Kein Wunder also, dass viele Wirtschaftswissenschaftler sehr zurückhaltend sind, wenn es darum geht, sich allgemeinverständlich zu ökonomischen Themen zu äußern.
Kritik an diesem Zustand äußert Dr. Thomas Mayer, der bis 2012 Chefvolkswirt der Deutschen Bank war und danach sein eigenes Forschungsinstitut, das Flossbach von Storch Research Institute, gründete. Ausschnitte aus seinem Gespräch mit der hr-iNFO-Wirtschaftsjournalistin Judith Kösters senden wir in einer Extra-Ausgabe des Funkkollegs Wirtschaft.

Sendung

Fk Wirtschaft 13: Die Abgehängten – funktioniert der Arbeitsmarkt?

Millionen Menschen auf dem Arbeitsmarkt sind abgehängt. Viele Deutsche stecken seit Jahren in Hartz IV fest, finden trotz Ausbildung keinen Job mehr. Wie kann das sein? 
Wie beurteilen Arbeitsmarkt-Forscher und Bildungs-Ökonomen die Tatsache, dass hier, wenn man so will, Humankapital verkommt? Können wir uns das überhaupt leisten? Außerdem sind viele Menschen, die in Teilzeit arbeiten oder die einen oder mehrere Minijobs haben,  arm trotz Arbeit. Ihnen hilft auch kein Mindestlohn. 
Die Folgen für die „Abgehängten“ sind hart: Experten warnen vor zunehmender Altersarmut. Denn wer jahrelang von Hartz IV lebt oder kaum genug zum Leben verdient, der kann auch nicht ausreichend für das Alter vorsorgen. Wieso tut sich die Politik so schwer, Antworten zu finden?

Sendung

Über 1 Mill. Aufstocker, weil Arbeitsverdienst nicht ausreicht.
60% der Alleinerziehenden beziehen Hartz IV.

Weber: Nur Arbeitslosigkeit abbauen um jeden Preis falsch, jetzt hat sich der Trend gewandelt. Das ist auch ein Einfluss der Demographie. 

Notwendig sind individuell angepasste Lösungen. 

Samstag, 13. Februar 2016

Einzelkämpfer gesucht: vom Arbeitnehmer zum „Arbeitskraft-Unternehmer“ (Funkkolleg Wirtschaft Folge 12)

Sendung zum Download

Cloud working wird beworben mit einem Autonomiesteigerungsversprechen, aber im überwiegenden Fall ist es kein tragfähiges Modell für den Lebensunterhalt, denn für 4/5 der cloud worker ist es nur nebenberufliche Tätigkeit.

"Unbefristete Arbeitsverträge sind in vielen Bereichen nicht mehr üblich,  viele arbeiten mit Projekt-Verträgen oder als Freiberufler. Jeder muss seine Arbeitskraft permanent neu und möglichst gut verkaufen. So wird der Mensch zum „Arbeitskraft-Unternehmer“."

Man muss "auf sich achten" (Selbstorganisation); um Selbstüberforderung zu verhindern. 

"Wenn Arbeit zum Lotteriespiel wird, hat sie keine Zukunft mehr. So funktionieren Gesellschaften nicht mehr." (Gewerkschaftler)

Montag, 25. Januar 2016

Funkkolleg Wirtschaft Folge 10: Was den Menschen antreibt u. Folge 11 Lobbyisten

Folge 10:
Zählt nur der Eigennutz? Was den Menschen antreibt, heißt es heut e im Funkkolleg Wirtschaft und das erwartet sie in Folge 10 von Regina Oehler: 
In den Wirtschaftswissenschaften dominierte im 20. Jahrhundert die Vorstellung vom Menschen als "Homo oeconomicus". Bei seinen Entscheidungen geht es dem "Homo oeconomicus" in allererster Linie darum, den eigenen materiellen Nutzen zu maximieren. Aber dieses Modell stellen inzwischen viele Forscherinnen und Forscher in Frage. Entscheidend zu den Zweifeln beigetragen haben Experimente einer noch jungen Disziplin: der Verhaltensökonomie. Sie zeigen, dass Fairness und Kooperationsbereitschaft eine wichtige Rolle spielen. Und Neuroökonomen interessiert, was im Gehirn passiert, wenn Versuchspersonen Entscheidungen treffen: mal mehr und mal weniger fair. Mit überraschenden Ergebnissen.


Folge 11 Informiert oder manipuliert – ist die Politik den Lobbyisten hörig?

Zusatzmaterial

vgl. auch LobbyControl (Materialien)

Montag, 18. Januar 2016

Fk Wirtschaft Folge 9: Was leisten die Wirtschaftswissenschaften? Autorin: Judith Kösters



Folge 9 Von Menschen und Modellen – was leisten die Wirtschaftswissenschaften?


Autorin: Judith Kösters
Sendedatum in hr-iNFO: Montag, 18.01.16, 20.35 Uhr
Wiederholungen: am folgenden Samstag, 11.35 Uhr und Sonntag, 8.35 Uhr und 20.35 Uhr
Der Mensch ist laut Neoklassik der VWL ein homo oeconomicus (Nutzen maximierende Individuen)

Wikipedia: Plurale Ökonomik

Dienstag, 1. Dezember 2015

Unser Geld - Wert aus dem Nichts (Fk Wirtschaft Folge 5)

Notizen zur Mitschrift:
Lange Zeit Münzen das Geld.
Tauschmittel, Wertaufbewahrungsmittel,
700: Karolingische Münzreform als Grundlage für Geld im MA
heute: unkonventionelle Geldpolitik
Gold: Warengeld
Banken schaffen Giralgeld, das über 90% des Geldes ausmacht (Geld fast aus dem Nichts)

Kritik an Banken als Geldschöpfer führte zur Konzeption des Vollgeldes, das nur von Notenbanken geschaffen wird.

Zusatzmaterialien:
Traditionell kümmert sich die Geldpolitik um die Stabilität des Geldwertes und oft auch um das Wirtschaftswachstum. Sehr engagiert wird heute diskutiert, ob sich Notenbanken zudem um die Stabilität des Finanzsystems kümmern sollen.
Quelle: Kotz, H.-H., „Braucht die Geldpolitik ein drittes Mandat?“, Frankfurter Allgemeine, 2015.
Link: http://blogs.faz.net/fazit/2015/10/07/braucht-die-geldpolitik-ein-drittes-mandat-6612/

Die internationale Finanzmarktkrise dauert nun schon fast ein Jahr und zieht immer weitere Kreise. Wie wurde die Krise verursacht? Welche realwirtschaftlichen Konsequenzen hat sie? Was unterscheidet die heutige Bankenkrise von der Weltwirtschaftskrise der dreißiger Jahre?
Quelle: Kotz, H.-H., „Die internationale Finanzkrise und ihre Folgen“, Wirtschaftsdienst, 2008.

Montag, 16. November 2015

Teilen als Milliardengeschäft – die Sharing Economy - Funkkolleg 3

Das Begleitmaterial besteht diesmal aus so kleinen Happen, dass es nicht lohnt, davon Auszüge zu machen.
Hier aber die Übersicht mit Links:

1. Begriffserklärung und weitere Ausführungen des Bundestags
2. Ökonomie des Teilens – nachhaltig und innovativ?
– Ökonomie des Teilens – Governance konsequent zu Ende gedacht
– Die Chancen der Sharing Economy und ihre möglichen Risiken und Nebenwirkungen
– Mehr als das Teilen unter Freunden – Was die Sharing Economy ausmacht
– Share Economy – mehr Markt als Gemeinschaft
– Die Sharing Economy – ein Konzept zur Überwindung von Wachstumsgrenzen?
3. Übersicht der Arbeiterkammer
4. Studie

5. Interview
6. Personen

Klar ist, dass die Share Economy schon jetzt Teil mehrerer gesellschaftlich relevanter Debatten ist und ihr damit ein Einfluss auf die Gesellschaft attestiert werden kann. So werden Sharing Modelle im Kontext von Nachhaltigkeit diskutiert, wenn es um die Flexibilisierung von Arbeit geht oder auch im Zusammenhang mit dem gesellschaftlichem Wertewandel. Die Wirkung der Share Economy abzuschätzen ist jedoch eine große Herausforderung. Das liegt zum einen an der Vielfalt der bestehenden Sharing Organisationen und Initiativen und ihrer Reichweite. Während manche deutschland- oder weltweit agieren und wirken haben andere einen lokalen Fokus und wirken in der Nachbarschaft, in einem Stadtteil oder in einer Stadt. Deshalb kann die Wirkung sich auch regional unterscheiden.(Interview mit Prof. Michael Woywode)

zur Mitschrift der Sendung


Montag, 9. November 2015

Funkkolleg Wirtschaft 2. Folge: Google, Facebook, Amazon – die neuen Monopolisten 9.11. 20:35 hrfinfo

Einstieg
Wer etwas im Internet sucht, der „googelt“. In Deutschland hat Google keinen ernst zu nehmenden Konkurrenten: Wer aber sichert den Nutzern zu, dass die Reihenfolge der Suchergebnisse „neutral“ ist – unbeeinflusst von den ökonomischen Interessen des Betreibers dieser Suchmaschine?
Auch Firmen wie Amazon können womöglich ihre Marktmacht ausnutzen, um ihre Kunden hinters Licht zu führen: Werden erfolgreiche Privatanbieter geschickt unterboten, wenn Amazon die gleichen Waren anbietet?
Google ist dabei, ein Auto, das Google Car, zu entwickeln – haben Industrie-Größen wie Audi oder BMW eigentlich noch das Know-how für fortgeschrittene Software? Müssen die Banken zittern, weil die Online-Riesen demnächst auch ins Bankgeschäft einsteigen?
Sendung

Stichpunkte zur Mitschrift der Sendung:

ökonom Prinzipien für digitale Ökonomie
  1. Massenproduktion
  2. Netzwerkeffekt
  3. geschlossene Systeme
Monopolkommission
zunächst gegen strengere Regeln gegen Monopole in der digitalen Wirtschaft
Nachdenken über die Verkehrsregeln
denkbar: Orientierung nicht an Marktmacht, sondern am Transaktionsvolumen beim Einkauf
einheitliche europ. Datenschutzverordnung (Adressdaten, eigene Inhalte in die Hände der Nutzer

Michael Weber vom Stadtplandienst (Prozess gegen Google seit 2010, immer noch offen)
Weber: Die Regulierer haben gelernt. Nicht Protektionismus, sondern bessere Regulierung erwünscht

Die großen Internetunternehmen arbeiten nach der Strategie des produktiven Scheiterns. Wenn ihr Weg gescheitert ist, kaufen sie den erfolgreichen Konkurrenten auf.

Google in Alphabet Inc. umbenannt, die Suchmaschine ist danach nur noch eine Sparte innerhalb der Holding.