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Mittwoch, 29. März 2023

Funkkolleg Klima

 Übersicht über die bisherigen Folgen:

https://www.hr.de/bildungsbox/unterrichtsmaterial/funkkolleg/podcast-klima/index.html

https://www.ardmediathek.de/sendung/funkkolleg-klima/Y3JpZDovL2hyLW9ubGluZS8zODIyMDIyOA (Videos)

Wenn man sich die Folgen der Funkkollegs (label: Funkkolleg) der letzten Jahre ansieht, merkt man, dass sie sich von der fachwissenschaftlichen Orientierung der problemorientieren zugewandt haben. Studienbriefe gibt es schon lange nicht mehr, es wird eine Fülle Beispielen genannt, die Vertiefung wird der Eigeninitiative der Hörer überlassen. 

Das ist gerade beim Thema angesichts des Klimabuchs von Greta Thunberg und über 100 Experten ganz angemessen. Das Buch zum Funkkolleg ging in diesem Fall dem Kolleg voraus. Vertiefung wird in bescheidenem Maße über den Text des Buches hinaus über die Wikipedia und in hohem Maße über die Veröffentlichungen der beteiligten Autoren ermöglicht. Dazu dienen die Quellenangaben zum Buch, die über Internetquellen den Zugang zu wissenschaftlichen Studien ermöglichen, wie sie in dem angebotenen Umfang kein Laie nebenher ganz ausnutzen kann. (Das gilt auch für die Literaturangaben der Wikipediaartikel.)

Ganz aktuell gibt das Funkkolleg zu Share Economy (von 2015) Hinweise zur Weiternutzung der einmal eingesetzten Arbeit und Energie (wie sie in der aktuellen Folge des Fk Klima (29.3.23) zu Beton gefordert wird. Wenn ein Auto gleichzeitig vielen Nutzern dient, werden viele Neuanschaffungen vermieden. (Dass der ÖPVN in Großstädten noch ökologischer sein kann als Car-Sharing sei am Rande vermerkt.)

Freitag, 21. Februar 2020

Diskussion auf dem OERcamp in Hamburg

Zur Diskussion auf dem OERcamp in Hamburg über "REVOLUTION STATT EVOLUTION!"
sieh:
Zusammenfassung von Nele Hirsch
Bob Blume
Lisa Rosa
   Rückriem/Stein/Erdmann: Medienrevolution
Diskussion auf Twitter prallel zur und in Nachfolge der Podiumsdiskussion
unter dem Hashtag #routenplanerBuch
(Dabei wird deutlich, dass auf Twitter zwar Gedankenanstöße gegeben werden können, aber nur in den seltensten Fällen komplexe Sachverhalte behandelt. Das geht nur mit überlangen Threads, die besser gleich in Blogform abgefasst würden.)

Als Historiker darf ich dazu bemerken:
1. Die Industrielle Revolution ist als Revolution anerkannt, ohne dass es ein Manifest gegeben hätte. Es gab auch keinen Willen zur Revolution, nur den zur konkurrenzfähigen Produktion trotz der vergleichsweise hohen Löhne in Großbritannien. Dass man inzwischen mehrere industrielle Revolutionen zu nennen weiß (die digitale ist dann eine unter vielen, die aber in den Augen mancher das digitale Zeitalter begründet hat) und ähnlich wie bei Computerprogrammen Web 2.0, Bildung 2.0, Industrie 4.0, Arbeit 4.0 aufzuzählen weiß, zeugt von einem sehr unscharfen Revolutionsbegriff, der sich an die Werbesprache anlehnt.
2. Die neolithische Revolution wird wegen des grundlegenden welthistorischen Wandels von vielen Historikern immer noch Revolution genannt, obwohl sie etwa 5000 Jahre in Anspruch nahm.

In Sachen Klimawandel muss sich innerhalb eines Jahrzehnts, allenfalls innerhalb von 15 Jahren etwas Grundlegendes wandeln, weil sonst eine Disruption droht, die von größerer welthistorischer Bedeutung werden könnte als die eine große Industrielle Revolution, mit der die Ausbeutung fossiler Energien angefangen hat. Und ganz gewiss wird der Wandel - ob erfolgreich oder nicht - schwerwiegender sein als alle die kleinen industriellen Teil"revolutionen".
Ob innerhalb der schulischen Bildung  sich in den kommenden 25 Jahren nur wenig ändert oder deutlich mehr, ist demgegenüber so gut wie irrelevant.
Die Schüler, die FfF-Streiks unternehmen, haben davon etwas mitbekommen. Die Bildungsspezialisten, die den digitalen als ähnlich grundlegend wie den Klimawandel begreifen, offenbar noch nicht. Da haben sie Wichtigeres von ihren Schülern zu lernen als den Umgang mit der neusten App.

Selbstverständlich ist der digitale Wandel nicht nur wegen des medienwechsels zentral wichtig. Aber es ist ein kultureller Wandel, der noch nicht primär naturgesetzlich bestimmt wird. Das unterscheidet ihn vom Klimawandel und in einem gewissem Umfang auch von der neolithischen und industriellen Revolution, die beide erdgeschichtlichem Wandel hervorgerufen haben (Anthropozän).

Neles Rückblick auf das OERcamp in Hamburg Februar 2020