Montag, 14. Dezember 2015

Funkkolleg Wirtschaft Folge 7: Gibt es das Unternehmer-Gen?

Folge 7

Wiederholungen: samstags, 11.35 Uhr und sonntags, 8.35 Uhr und 20.35 Uhr


Unternehmerpersönlichkeiten haben häufig Ecken und Kanten. Sie sind besessen von einer Idee, sind rechthaberisch, autoritär, risikofreudig und visionär. Sie besitzen Macht, sind aber auch schnell machtlos, wenn sie nicht klug agieren. Ist es eher ihr Wissen oder ihre Intuition, die den Erfolg ausmacht? Und sind Frauen als Unternehmenschefs auf andere Art erfolgreich wie Männer? Untersuchungen belegen, dass Unternehmer sozial und psychisch durchaus anders funktionieren als die ihnen Untergebenen. Oft tragen gerade die Eigenschaften, die sie groß gemacht haben, auch zum Untergang bei – wenn sie nicht rechtzeitig genug bereit sind zu erkennen, dass Umsteuern nötig ist. Gibt es also den Unternehmer-Typ, das Gen dafür? Was unterscheidet den Unternehmer vom Manager? Blicke auf die Lebensläufe von Großindustriellen, mittelständischen Gründerfamilien und Start-Up-Genies geben Aufschluss und zeigen gleichzeitig, dass die Genese des Erfolgs eine Black Box ist.

Jürgen Heraeus *1936 ab 1983 Vorstandsvorsitzender von  Heraeus, seit 2000 Vorsitzender des Aufsichtsrates:
Interview Als das Wichtigste für die Unternehmensführung nennt er: Vertrauen schaffen. "Ich bin sehr kritisch gegenüber der Beraterkaste." (Minute 19)
Wenn man in die Beratung geht und da bleiben will, dann kann man das machen. (ab Minute 20) Aber wenn man in die Wirtschaft gehen will, dann soll man nicht länger als drei Jahre da bleiben. "Denn Beraten ist leicht, aber wenn es um die Umsetzung geht, dann hat man es mit Menschen zu tun. Und die müssen sich wohlfühlen, sonst gehen sie. Ich habe immer wieder Leute gehen lassen, wenn sie sich nicht wohlfühlten. Manche kommen dann zurück."
"Führung heißt scheitern" ZEIT online 21.12.15
"Es kommt nicht auf die Persönlichkeit bei einer Führungsposition an, sagt der Coach Boris Grundl. Mit einfachen Prinzipien kann jeder ein guter Chef werden."
Diese Argumentation überzeugt mich nicht. Die abstrakten Regeln mögen ganz gut sein. Sie in schwierigen Situationen anzuwenden erfordert Persönlichkeitsbildung, die nicht jedem und schon gar nicht in kuezer Zeit gelingt.

Dienstag, 8. Dezember 2015

Funkkolleg Wirtschaft Folge 6: Sparen bis zum Untergang? Reformpolitik in der Krise

Sparen bis zum Untergang? Reformpolitik in der Krise

"Die kriselnden Euro-Staaten haben von ihren EU-Partnern Sparprogramme verordnet bekommen, auch Austeritäts-Programme genannt. Es geht darum, die Staatsausgaben und –schulden zurückzufahren und die Haushalte zu sanieren. Aber wie eine Krise gelöst werden kann, das ist die vielleicht umstrittenste Frage unter Volkswirten. Dabei stellt sich die Frage: Kann man eine Wirtschaft  auch „kaputtsparen“? Wieso gibt es so grundverschiedene Wirtschafts-Rezepte für überschuldete Krisenländer? Die einen orientieren sich am IWF, dem Internationalen Währungsfonds, der verschuldeten Staaten seit Jahrzehnten diktiert: Probleme löst nicht der Staat, sondern der Markt. In der Theorie des Ökonomen J.M. Keynes dagegen heißt es, dass der Staat in  Krisen gerade nicht sparen soll.  Seine Devise lautet:  Investieren und die Wirtschaft ankurbeln. Sparen in der Krise verschärfe die Krise. Und was ist mit dem vielbeschworenen Konzept der  „Wettbewerbsfähigkeit“ von Volkswirtschaften?"

Aus der Sendung: 
Vom Rettungsschirm zum ESM


Zusatzmaterialien


Beispiele:

Ökonom: Wachstumsprogramme verschieben nur das Problem

Sollten Wachstumsprogramme die Sparpolitik in den Krisenländern ersetzen? Nein sagt Clemens Fuest. Er argumentiert, dass der Abbau der Defizite nicht in die Zukunft verschoben werden kann und dass Wachstumsprogramme das Problem nur verschieben würden. Er hält es dagegen für ratsamer die Banken zu rekapitalisieren.
Quelle: Hatting, A., „Ökonom: Wachstumsprogramme verschieben nur das Problem“, Deutschlandradio Kultur, 2012.

Klotzen wie Keynes

Sparen verschlimmert die Probleme der hochverschuldeten Krisenstaaten, sagen viele Experten. Sie berufen sich auf den britischen Ökonomen John Maynard Keynes. Er hatte in der Großen Depression argumentiert, dass wenn die Staatsausgaben zur falschen Zeit zusammengestrichen werden, der Abschwung und die fiskalischen Probleme verschärft werden könnten. Erst wenn die Wirtschaft stark genug ist, könne über Defizitabbau geredet werden. Schrumpft die Wirtschaft durch Sparmaßnahmen weiter, kommen die Krisenländer nie aus der Schuldenfalle raus, glaubt auch der Wirtschaftsweise Bofinger.
Quelle: Hoffmann, C., „Klotzen wie Keynes“, Süddeutsche Zeitung, 2012.

hr-iNFO Schultour des Funkkollegs Wirtschaft

Was ist die hr-iNFO Schultour?

hr-iNFO sendet im Schuljahr 2015/16 das Funkkolleg Wirtschaft. Schwerpunkte des Funkkollegs sind u.a. „Schöne neue Wirtschaftswelt“, „Der Mensch in der Wirtschaftstheorie“, „Der Mensch in der Arbeitswelt“ und „Neue Werte!“.
Zusätzlich bieten wir neu für Schulen ab der Jahrgangsstufe 9 die hr-iNFO Schultour an: Ein ausgewähltes Team aus hr-Journalisten kommt mit Jugendlichen ins Gespräch über aktuelle Wirtschaftsthemen.
Welche Rolle spielen Google, Facebook und Amazon in unserer heutigen Wirtschaftswelt? Wie fair ist globaler Handel? Wie geht eine gerechte Wirtschaft? Ist ein bedingungsloses Grundeinkommen eine Utopie?
Fragen, die die Jugendlichen von heute bewegen und die für die Arbeitnehmer von morgen eine entscheidende Rolle spielen.

Für wen ist das interessant?

Bewerben können sich alle allgemeinbildenden und beruflichen Schulen von der Jahrgangstufe 9 an aufwärts. Als Obergrenze sind 50 Schülerinnen und Schüler pro Diskussionsrunde angesetzt.
Zur Vorbereitung der Diskussionsrunde erhalten die jeweiligen Gruppen ein Paket aus Sendung, Sendemanuskript, Zusatzmaterial und methodischer Beschreibung der Gesprächsrunde und die Aufgabe, die Themensendung zu hören, Fragen zu sammeln und den grundlegenden Sachinhalt vorzubereiten.

Dienstag, 1. Dezember 2015

Unser Geld - Wert aus dem Nichts (Fk Wirtschaft Folge 5)

Notizen zur Mitschrift:
Lange Zeit Münzen das Geld.
Tauschmittel, Wertaufbewahrungsmittel,
700: Karolingische Münzreform als Grundlage für Geld im MA
heute: unkonventionelle Geldpolitik
Gold: Warengeld
Banken schaffen Giralgeld, das über 90% des Geldes ausmacht (Geld fast aus dem Nichts)

Kritik an Banken als Geldschöpfer führte zur Konzeption des Vollgeldes, das nur von Notenbanken geschaffen wird.

Zusatzmaterialien:
Traditionell kümmert sich die Geldpolitik um die Stabilität des Geldwertes und oft auch um das Wirtschaftswachstum. Sehr engagiert wird heute diskutiert, ob sich Notenbanken zudem um die Stabilität des Finanzsystems kümmern sollen.
Quelle: Kotz, H.-H., „Braucht die Geldpolitik ein drittes Mandat?“, Frankfurter Allgemeine, 2015.
Link: http://blogs.faz.net/fazit/2015/10/07/braucht-die-geldpolitik-ein-drittes-mandat-6612/

Die internationale Finanzmarktkrise dauert nun schon fast ein Jahr und zieht immer weitere Kreise. Wie wurde die Krise verursacht? Welche realwirtschaftlichen Konsequenzen hat sie? Was unterscheidet die heutige Bankenkrise von der Weltwirtschaftskrise der dreißiger Jahre?
Quelle: Kotz, H.-H., „Die internationale Finanzkrise und ihre Folgen“, Wirtschaftsdienst, 2008.

Samstag, 21. November 2015

Fk Wirtschaft Folge 3: Share Economy Folge 4: Fairer Handel

Share Economy (vereinzelte Stichwörter zur Mitschrift)
Leihplattformen: Leihdirwas etc.
50% der Bundesbürger haben schon einmal ein Sharing Angebot genutzt
Carsharing in Großstädten boomt.
J. Rifkin: Access, Collaborative Commons, 0-Grenzkosten-Ökonomie

Die Teil- u. Tauschökonomie wird sich freilich nicht völlig durchsetzen, aber neben dem Besitzmodell stehen.

Privates CouchSurfing ist ein Nischenphänomen geblieben. Airbnb hat daraus ein weltweites Geschäftsmodell gemacht und ist jetzt 10 Mrd. wert, Uber (Taxi-Servoce) noch mehr.

Neue Formen der Ausbeutung. Es ist kein Teilen mehr, sondern Milliardengeschäft mit Monopolgewinnen (ohne Wertschöpfung außer der Verteilung).

UN werden Regulierungsaufgabe haben.

zum Begleitmaterial (Übersicht und Zitat)

Globale Gier - wie fair ist der Handel?
Fairer Handel – das klingt gut. Aber was ist „fairer Handel“? Allein der Begriff suggeriert: „Normaler“ Handel ist unfair. Diesem Vorwurf geht die Sendung am Beispiel des Rohstoffs Kakao nach. Es wird gezeigt, wie die Kakaobohnen auf den Plantagen in Ghana und in der Elfenbeinküste geerntet werden. Kinderarbeit ist oft mit im Spiel, obwohl viele Plantagen ein Gütesiegel haben und damit offiziell nachhaltig produzieren. Bis der Kakao schließlich bei den Schokoladenherstellern der Welt ankommt, wollen viele mitverdienen. Die Kakaobauern genauso wie die Exporteure, die Rohstoffhändler, die Schokoladenhersteller und nicht zuletzt die Verkäufer. Was bestimmt heute den meist weltweiten Handel mit Waren? Wie funktioniert er? Welche Rolle spielt die WTO, die World Trade Organisation? Und wer verspricht sich was vom Freihandelsabkommen (TTIP) zwischen der EU und den USA? Können Endverbraucher wirklich immer nachvollziehen, unter welchen Bedingungen die Produkte hergestellt und gehandelt wurden, die ein Fairtrade-Siegel tragen? Was also bedeutet für den Handel „fair“ oder „unfair“?  Und gibt es möglicherweise ganz andere Wege, „anständige“ Handelsbedingungen zu schaffen?

Zusatzmaterialien

Funkkolleg Wirtschaft: Zum Schlagwort Industrie 4.0

Zu Industrie 4.0 liegt jetzt ein ZUM-Wiki-Artikel vor.

Donnerstag, 19. November 2015

Zusammenfassung des CL20 MOOCs

Zusammenfassung des CL20 MOOCs durch Jochen Robes

dazu auch: Harald Schirmer

Nachgetragen zur Woche von Adidas:
Sketchnote von Matthias Faller

Abschlusssitzung von Adidas auf Youtube: Adidas Learning Campus (weitestgehend auf Englisch)



Überblick über die Kursthemen und die beteiligten Firmen 
21.09. bis 25.09.2015DB Training
„Next Education"
28.09. bis 02.10.2015Swisscom
„Digitale Lernen attraktiv machen"
05.10. bis 09.10.2015Österreichischer Automobil-, Motorrad- und Touringclub (ÖAMTC)
„Selbstgesteuertes Lernen für Führungskräfte"
12.10. bis 16.10.2015Festo
„Soziales Lernen nach formalem Training"
19.10. bis 23.10.2015Miele
„Nutzung von offenen versus geschlossenen Lernportalen"
26.10. bis 30.10.2015SICK AG
„Informelles Lernen im internationalen Vertrieb"
02.11. bis 06.11.2015SAP
„Gamification"
09.11. bis 13.11.2015Adidas„adidas Learning Campus - Past & Future"



Montag, 16. November 2015

Teilen als Milliardengeschäft – die Sharing Economy - Funkkolleg 3

Das Begleitmaterial besteht diesmal aus so kleinen Happen, dass es nicht lohnt, davon Auszüge zu machen.
Hier aber die Übersicht mit Links:

1. Begriffserklärung und weitere Ausführungen des Bundestags
2. Ökonomie des Teilens – nachhaltig und innovativ?
– Ökonomie des Teilens – Governance konsequent zu Ende gedacht
– Die Chancen der Sharing Economy und ihre möglichen Risiken und Nebenwirkungen
– Mehr als das Teilen unter Freunden – Was die Sharing Economy ausmacht
– Share Economy – mehr Markt als Gemeinschaft
– Die Sharing Economy – ein Konzept zur Überwindung von Wachstumsgrenzen?
3. Übersicht der Arbeiterkammer
4. Studie

5. Interview
6. Personen

Klar ist, dass die Share Economy schon jetzt Teil mehrerer gesellschaftlich relevanter Debatten ist und ihr damit ein Einfluss auf die Gesellschaft attestiert werden kann. So werden Sharing Modelle im Kontext von Nachhaltigkeit diskutiert, wenn es um die Flexibilisierung von Arbeit geht oder auch im Zusammenhang mit dem gesellschaftlichem Wertewandel. Die Wirkung der Share Economy abzuschätzen ist jedoch eine große Herausforderung. Das liegt zum einen an der Vielfalt der bestehenden Sharing Organisationen und Initiativen und ihrer Reichweite. Während manche deutschland- oder weltweit agieren und wirken haben andere einen lokalen Fokus und wirken in der Nachbarschaft, in einem Stadtteil oder in einer Stadt. Deshalb kann die Wirkung sich auch regional unterscheiden.(Interview mit Prof. Michael Woywode)

zur Mitschrift der Sendung


Montag, 9. November 2015

Funkkolleg Wirtschaft 2. Folge: Google, Facebook, Amazon – die neuen Monopolisten 9.11. 20:35 hrfinfo

Einstieg
Wer etwas im Internet sucht, der „googelt“. In Deutschland hat Google keinen ernst zu nehmenden Konkurrenten: Wer aber sichert den Nutzern zu, dass die Reihenfolge der Suchergebnisse „neutral“ ist – unbeeinflusst von den ökonomischen Interessen des Betreibers dieser Suchmaschine?
Auch Firmen wie Amazon können womöglich ihre Marktmacht ausnutzen, um ihre Kunden hinters Licht zu führen: Werden erfolgreiche Privatanbieter geschickt unterboten, wenn Amazon die gleichen Waren anbietet?
Google ist dabei, ein Auto, das Google Car, zu entwickeln – haben Industrie-Größen wie Audi oder BMW eigentlich noch das Know-how für fortgeschrittene Software? Müssen die Banken zittern, weil die Online-Riesen demnächst auch ins Bankgeschäft einsteigen?
Sendung

Stichpunkte zur Mitschrift der Sendung:

ökonom Prinzipien für digitale Ökonomie
  1. Massenproduktion
  2. Netzwerkeffekt
  3. geschlossene Systeme
Monopolkommission
zunächst gegen strengere Regeln gegen Monopole in der digitalen Wirtschaft
Nachdenken über die Verkehrsregeln
denkbar: Orientierung nicht an Marktmacht, sondern am Transaktionsvolumen beim Einkauf
einheitliche europ. Datenschutzverordnung (Adressdaten, eigene Inhalte in die Hände der Nutzer

Michael Weber vom Stadtplandienst (Prozess gegen Google seit 2010, immer noch offen)
Weber: Die Regulierer haben gelernt. Nicht Protektionismus, sondern bessere Regulierung erwünscht

Die großen Internetunternehmen arbeiten nach der Strategie des produktiven Scheiterns. Wenn ihr Weg gescheitert ist, kaufen sie den erfolgreichen Konkurrenten auf.

Google in Alphabet Inc. umbenannt, die Suchmaschine ist danach nur noch eine Sparte innerhalb der Holding.


Montag, 2. November 2015

cl20 SAP stellt Gamification vor

Leitfrage für Donnerstag, 5.11.15 (Gamification Performer)
Überlegen Sie, was man in Ihrem Bildungskontext gamifizieren können, um mehr Spaß und Engagement beim Lernen zu fördern. Beschreiben Sie kurz das Design sowie die Umsetzung und wie Sie den Erfolg messen.
Anbei ein paar Anhaltspunkte:
  • Beschreiben Sie das Problem auf der Verhaltensebene - denken Sie noch nicht an eine Lösung.
  • Analysieren Sie Ihre Spieler: was sind deren jetzige Verhaltensweisen und wie sehen die erwünschten Verhaltensweisen aus? Was motiviert Ihre Spieler? Sie können beispielsweise die Persona Technik nutzen.
  • Beschreiben Sie Game Mechaniken. Wie belohnen Sie, wie fördern Sie Spaß?
  • Wie halten Sie die Lösung aufrecht?

Sonntag, 1. November 2015

Funkkolleg Wirtschaft ab 2.11.



(01)02.11.15Industrie 4.0 – das Ende des klassischen Wirtschaftens?
Sendedatum in hr-iNFO: Montag, 02.11.15, 20.30 Uhr
Wiederholungen: samstags, 11.30 Uhr und sonntags, 8.30 Uhr und 20.30 Uhr

Aus der Sendung und aus der Spiegelserie:
Next Kraftwerke heißt das – ausnahmsweise deutsche – Unternehmen, 2009 wurde es in Köln gegründet, mittlerweile vernetzt es 1500 Biogas-, Solar- und Windkraftanlagen per Mobilfunk und Internet zu einem virtuellen Kraftwerk. Next kann die einzelnen Anlagen je nach Bedarf zu- oder abschalten, ohne selbst eine einzige davon zu besitzen. Das Beispiel zeigt, wie schnell die Datenökonomie ein scheinbar unerschütterliches Geschäftsmodell aufbrechen kann


Tesla Speicher



Die Dampfmaschine war der Urknall der Industrialisierung, Ford mit seiner Fließbandproduktion brachte die nächste Stufe. Dann kamen die Computer: Industrialisierung 3.0. Aber seit das Internet nicht nur die Menschen, sondern zunehmend auch die Dinge miteinander vernetzt, kann prinzipiell jeder vom heimischen Wohnzimmer aus mit einer Geschäftsidee ein Unternehmen starten, das dank Internet nicht nur von jetzt auf gleich Kunden in aller Welt erreicht, sondern auch überall in kleinsten Mengen produziert, zum Beispiel mit 3D-Druckern. Große industrielle Werkshallen könnten bald ein Auslaufmodell sein. Und mehr noch:  Jedes Fahrzeug, jedes Gerät, jedes Produkt kann, sobald es mit einem Chip versehen ist,  jederzeit geortet werden, Betriebsdaten ins Netz senden und  ferngesteuert werden. Noch stecken all diese Entwicklungen in den Anfängen, doch das Potenzial ist riesig. Das verändert auch das Unternehmertum. Wie Industrie 4.0 und das Internet der Dinge die Art, wie wir wirtschaften, völlig auf den Kopf stellen könnte, darum geht es in dieser Auftaktsendung. Ist Deutschlands traditionell exportstarke Wirtschaft aufgestellt für diesen Wandel? Was sind die Herausforderungen in der digitalen globalen Wirtschaftswelt?

Sendungen
montags, 20.35 Uhr in hr-iNFO
Wiederholungen: samstags, 11.35 Uhr und sonntags, 8.35 Uhr und 20.35 Uhr in hr-iNFO
Podcast der Sendungen: www.hr-inforadio.de



Schnipsel aus dem Material: http://arche.depotoi.re/autoblogs/wwwinternetactunet_8a3fe3331e0ad7327e18d9fe6ec3f0ad04dcea58/media/3722fa7d.The_Future_of_Employment.pdf 
 An important feature of nineteenth century manufacturing technologies is that they were largely “deskilling” […] Crucially, the new assembly line introduced by Ford in 1913 was specifically designed for machinery to be operated by unskilled workers (Hounshell, 1985, p. 239). […]

 http://link.springer.com/chapter/10.1007/978-3-662-45915-7_3 
 Betrachtet man die Möglichkeiten der Smart Factory mit cyber-physischen Systemen ist – insbesondere in der Metall- und Elektroindustrie mit ihren verzweigten, strategisch ausgerichteten Kunden-Lieferanten-Beziehungen und den Erfahrungen bei der Gestaltung hocheffektiver Produktionssysteme – der weitere Weg vorgezeichnet, um wettbewerbsfähige Arbeit in Deutschland zu halten.

Spiegelserie:
Teil 1: Software frisst Daten
4 Industrielle Revolutionen:
  1. Dampf, Kohle,Eisen,
  2. Fließband
  3. Elektronik
  4. Vernetzung von Daten
„Der Rohstoff der neuen Wirtschaft sind Daten. Sie werden bei jedem Kontakt mit dem Computer oder dem Smartphone erfasst, künftig auch durch Sensoren in Brillen oder Uhren, in Autos und Maschinen“Der neue Schritt ist die Produktivitätssteigerung durch Vernetzung: Industrie 4.0

„Noch immer gibt es Wirtschaftsexperten und Unternehmensführer, die glauben, die digitale Revolution sei letztlich ein riesiger Hype. Eine Blase voll großer Versprechungen und wahnwitziger Unternehmensbewertungen, aber mit wenig Substanz. Ähnlich wie Ende der neunziger Jahre, als es schon einmal eine „New Economy“ geben sollte und nur geplatzte Träume und verbrannte Milliarden zurückblieben. „Wer das noch immer glaubt, hat den Schuss nicht gehört“, sagt Ben Horowitz, der Wagniskapitalist. Damals basierten utopische Börsenbewertungen allein auf Visionen und Hirngespinsten, heute aber sind Milliarden Menschen online und Computer in jeden Winkel des Lebens vorgedrungen. „Der Aufstieg der Software-Industrie ist keine Blase, sondern ein fundamentaler ökonomischer Paradigmenwechsel“, sagt er [...]
„Andreessen Horowitz hat in den vergangenen Jahren viele der wichtigsten Silicon-Valley-Phänomene mitfinanziert und ihnen zu globalem Erfolg verholfen, darunter Facebook, Twitter, Airbnb, Skype und Pinterest. Horowitz hat sich dabei den Spitznamen „CEO-Flüsterer“ erworben, als „Management-Guru für alle jungen Unternehmer im Silicon Valley“.“

Teil 2: Wettlauf der Systeme

Bosch liefert die Bausteine für die digitale Revolution – die Revolution selbst aber passiert woanders. Diesen Zustand findet Denner unhaltbar. Er möchte, dass Bosch nicht mehr nur mit Dingen sein Geld verdient, sondern auch mit Daten. „Es gibt kein Entweder-oder“, lautet seine Ansage  [...]

Wem gehören die Daten? Das ist eine zentrale Frage in der digitalen Wirtschaft. Zur Auswahl stehen die Produkthersteller, die Diensteanbieter oder aber die Kunden selbst, immerhin hat die sogenannte informationelle Selbstbestimmung den Rang eines Grundrechts. Die Daten sind der Schatz, denn wer sie kontrolliert, der kontrolliert den Kunden. Er kennt ihn zuweilen besser als dieser sich selbst, er kann ihm Angebote machen, von denen der Konsument noch gar nicht weiß, dass er sie interessant findet.“

Teil 3: Sieg der Algorithmen
Crowdfunding
"Wer 250 Dollar und mehr zahlte, bekommt dafür eine der Kaffeemaschinen, sobald sie produziert werden. Für 5000 Dollar konnten sich Kaffeebauern als Lieferanten listen lassen. „Über das Crowdfunding haben wir mittlerweile über 3000 Vorbestellungen“, sagt Stier. Damit ist der Auftragsbestand groß genug, dass ein europäischer Hersteller die Produktion der Kaffeemaschinen übernimmt. Im August sollen die ersten Betaversionen ausgeliefert werden. Das Design der Maschine ließ Stier von der Schwarmkreativität entwickeln. Über die Crowdsourcing-Plattform Jovoto schrieb er einen Wettbewerb mit insgesamt 6000 Euro Preisgeld aus, dem Sieger winkte eine Gewinnbeteiligung beim Verkauf der Maschinen"

Teil 4: Die Gesetzlosen
"„Wer sich nicht ausspionieren lassen will, der muss in Datenverschlüsselung investieren“, rät Joost. Da sei Deutschland technologisch im Übrigen ziemlich führend. „Die Politik muss für ein weiteres Wachstum die Rahmenbedingungen schaffen“, sagt Joost. Auf diese Weise ließe sich aus der Zähmung der digitalen Revolution auch noch ein Geschäft machen."

Mittwoch, 28. Oktober 2015

Möglichkeiten der Evaluation von informellem Lernen

Beispiele von Diskussionsbeiträgen:

Zunächst ein Beitrag von ganz außen aus einem anderen Zusammenhang:
Obwohl die Hälfte des Kurses Schüler sind, die erst seit dem Sommer mit meiner offenen Unterrichtsmethode umgehen müssen, haben sie das eigenständige Arbeiten komplett verinnerlicht: Sie brauchen mich nicht mehr. Ja, mehr noch: Ich störe sie beim LernenAuch wenn sie es noch nicht erahnen können, weiß ich, dass diesen Schülern das eigenständige Arbeiten in der Oberstufe, im Studium oder dem Beruf leicht fallen wird. Und das macht mich wiederum sehr, sehr stolz. (Hervorhebung von mir)
Es geht um einen E-Kurs in der 9. Klasse einer Gesamtschule.
Eine Evaluationsmethode: Versuchen, beim Lernen zu helfen, und feststellen, wie viel das hilft oder stört. - Zugegebenermaßen keine quantifizierbare.

Jetzt Beispiele aus dem Diskussionsforum:
  • Thomas Buerger ist auch der Meinung, dass es vielleicht „Indizien, Effekte an denen man eine Wirkung erkennen kann" gibt. Er führt eine Aussage von Mercedes an, die auf die Frage nach dem Effekt des Engagements in der Formel 1 sagten, dass man das nicht an verkauften Autos messen könne, aber man stellte nach dem ersten Weltmeisterschaftssieg einen erheblichen Anstieg der Bestellungen in der Farbe Silber-Metallic fest. Für solche Seiteneffekte bringt er später noch ein Beispiel aus der Altenpflege und Nintendo-Spielen. Er „will sagen, vielleicht müssen wir unseren Blick von der Stelle wo der Stein ins Wasser fällt, auf die Stelle(n) wo die Wellen ans Ufer kommen richten um die Auswirkungen zu erkennen."
  • Christine Knieriemen empfiehlt Zahlen zu erheben: Zahl der User / Zahl der Zugriffe / Zahl der Posts / und eine Darstellung der Themen und Strömungen um Schwerpunkte festzustellen.
  • Evelyn Pfeuffer fragt nach dem Sinn „Wer evaluiert denn? und zu welchem Zweck?" und empfiehlt eher Lernende aufzufordern nur sich selbst zu fragen, wo sie besser geworden sind.
  • Gaby Westebbe schlägt damit den Bogen zur Kompetenzentwicklung, die in persönlichen Lerntagebüchern oder mit der Methode „FootPrints of Emergence" selbst erfasst werden kann.

Dienstag, 27. Oktober 2015

cl20: SICK fragt nach Ideen zur Unterstützung informellen Lernens im Vertrieb

SICK fragt nach Ideen für Aufbau und Pflege von Communities in dieser Woche. Die meisten Beiträge kamen am ersten Tag zur Frage „Welche Rahmenbedingungen sind für den erfolgreichen Aufbau von Communities notwendig?"
Hier ein paar ausgewählte Aussagen:
  • Manfred Hofferer fokussiert auch bei Communities auf die Bildung von Handlungs-Kompetenz und warnt davor, das ohne den Teil des formalen Lernens zu planen. „Nur" informelles Lernen erscheint ihm „unsystematisch, unspezifisch und überwiegend situativ und damit nicht fassbar zu bleiben". Informelles und formales Lernen: „verhalten sich zueinander wie Tag und Nacht; das Eine ohne das Andere geht nicht."
    Die Meinung wird durch Kommentare unterstützt
  • Uwe Hofschröer empfiehlt die Community als „feste Rolle in der Weiterentwicklung des Vertriebsgeschäftes" zu etablieren. Die wertschätzende Wirkung der Geschäftsleitung, die wirklich „Themen und Meinungen der Vertriebsmitarbeiter hören und ernst nehmen will" ist ihm wichtig.
    Kommentare gehen auf die Rolle der Unternehmenskultur ein.
  • Thomas Buerger will die Erwartungen dämpfen, und verweist auf die Nielsen-Regel, nach der in sozialen Netzwerken von 100 nur 1 einen neuen Beitrag schreibt, 9 kommentieren und 90 einfach mitlesen.
    Was die diesen Artikel Kommentierenden gleich die Rolle der 90 Lesenden wertschätzend darstellen lässt. [...]

Samstag, 24. Oktober 2015

cl20 Rückblick auf Reflexion zu offenen und geschlossenen Lernsystemen

Fragen:
Brauchen wir geschlossene Systeme, um prüfen zu können?
Eignen sich die Prüfungsformate überhaupt um Kompetenzen zu erheben?
Welche neuen Assessmentmöglichkeiten haben wir?

Reaktion auf die Diskussion:
In Unternehmen, die vorrangig geschlossene Systeme einsetzen, wird darüber nachgedacht, offene Ansätze einzuführen (z.B. ein Contentportal mit Vernetzungsmöglichkeiten und Community-Funktionen kombiniert oder andere Selbstorganisationsmöglichkeiten anzubieten).

Was nach meinem Kenntnisstand für die Diskussion kaum eine Rolle gespielt hat, sind lernstoffunabhängige Prüfungen anhand von Computerspielen.

Beispiel:
Der Prüfling kellnert am Computer in einer Sushi-Bar. Die Gesichter seiner Gäste zeigen Trauer, Freude oder Zorn. Der Kellner soll jedem Gast das zu seinem Gemütszustand passende Sushi, erkennbar an Schildchen, servieren. [...] Der Spieler muss darauf reagieren: Welche Gäste bedient er zuerst, wen lässt er warten? Damit findet das Programm heraus, wie der Bewerber sich in Entscheidungssituationen verhält – wann er zögert, ob er aus Fehlern lernt, welche Prioritäten er setzt. Das gibt Aufschluss über seine Persönlichkeit. Mittels Algorithmen lässt sich daraus sehr präzise auf seine beruflichen Erfolgsaussichten schließen. [...] (Humboldt gegen Orwell ZEIT online 8.10.15)

Dienstag, 13. Oktober 2015

#cl20 Soziales Lernen nach formalem Training

Festo, eines der führenden Unternehmen im Bereich Automatisierungstechnik beschäftigt rund 17.800 MitarbeiterInnen in 61 Ländern. Das Produktportfolio besteht aus ca. 30.000 Katalogprodukten mit mehreren hunderttausend Varianten (mehr siehe hier). In dieser Themenwoche geht es um die Frage , wie sich informelle und soziale Lernprozesse an formales Training anschließen können.

 Als Beispiel haben wir ein konkretes Vertriebsprogramm mit dem Namen ProFIT (Professional Festo Industry Segment Training) ausgewählt. Die fünf Lektionen sind entlang der Wochentage strukturiert. In der ersten Wochenhälfte sollen Sie das Fallbeispiel und den Kontext bei Festo verstehen, die zweite Wochenhälfte ist als Ideenwettbewerb gestaltet. 

MOOC-Seite

Das informelle Lernen vom Bundesministerium für Bildung und Forschen (pdf)

Montag, 5. Oktober 2015

#cl20 "Expedition Führung"

"Die 3. MOOC-Woche ist gestartet, und es geht um selbstgesteuertes Lernen. Führungskräfte werden beim ÖAMTC auf eine Expedition geschickt, auf der sie sich ihre Inhalte selbst suchen. Wir erzählen, wie das geht, und wir würden gern von Ihren Erfahrungen und Gedanken profitieren: 
  • Wie könnte man dieses Format noch ändern, erweitern oder verbessern?
  • Bis jetzt ist das ein reines Präsenzformat. Wie könnte man das mit Online-Elementen verbinden? 
  • Und dann stellt sich noch die Frage: geht das nur mit Führungskräften? Oder ist es unvermeidlich, dass das Lernen der Manager immer selbstbestimmter wird, das Lernen des Fußvolks immer mechanischer und "algorithmischer"?" (Martin Lindner)

Freitag, 2. Oktober 2015

Mindmaps zum Corporate Learning 2.0 MOOC

große Mindmap zu:
Vorgehensweisen und Werkzeugen zur Weiterentwicklung und Optimierung von digitalem Lernen

zwei kleinere Mindmaps

Tweets zum MOOC

Funkkolleg Wirtschaft


Sendungen
montags, 20.35 Uhr in hr-iNFO
Wiederholungen: samstags, 11.35 Uhr und sonntags, 8.35 Uhr und 20.35 Uhr in hr-iNFO
Podcast der Sendungen: www.hr-inforadio.de

Themen:
Schöne neue Wirtschaftswelt
(01)02.11.15Industrie 4.0 – das Ende des klassischen Wirtschaftens?
(02)09.11.15Google, Facebook, Amazon – die neuen Monopolisten
(03)16.11.15Teilen als Milliardengeschäft – die Sharing Economy
(04)23.11.15Globale Gier – wie fair ist der Handel?
(05)30.11.15Wert aus dem Nichts – unser Geld
(06)07.12.15Sparen bis zum Untergang? Reformpolitik in der Krise
Der Mensch in der Wirtschaftstheorie
(07)14.12.15Gibt es das Unternehmer-Gen?
(08)11.01.16Überschätzte Propheten – die Wirtschafts-Gurus
(09)18.01.16Von Menschen und Modellen – was leisten die Wirtschaftswissenschaften?
(10)25.01.16Zählt nur der Eigennutz? Was den Menschen antreibt
(11)01.02.16Informiert oder manipuliert – ist die Politik den Lobbyisten hörig?
Der Mensch in der Arbeitswelt
(12)08.02.16Einzelkämpfer gesucht – vom Arbeitnehmer zum „Arbeitskraft-Unternehmer“
(13)15.02.16Die Abgehängten – funktioniert unser Arbeitsmarkt?
(14)22.02.16Auslaufmodell Solidarität – welche Zukunft haben die Gewerkschaften?
(15)29.02.16Planlos ins Alter – die große Rentenverunsicherung
Neue Werte!
(16)07.03.16Vorwärts im Rückwärtsgang – eine Welt ohne Wachstum?
(17)14.03.16Land, Öl, Wasser – wie wirtschaften wir mit Ressourcen?
(18)11.04.16Kann der Privatsektor alles besser? Das Dogma vom effizienten Markt
(19)18.04.16Taschengeld für alle! Die Utopie des bedingungslosen Grundeinkommens
(20)25.04.16Kann man die Finanzmärkte bändigen?
(21)02.05.16Lehman Reloaded – nach dem Crash ist vor dem Crash
(22)09.05.16Wie geht eine gerechte Wirtschaft?